Gute Politik fängt beim Zuhören an

Sauer hört zu

Alltagsbetreuung für Senioren

Am 09.09 durfte ich in Nußbach die Senioren Alltagsbegleiterin Claudia Leipner, vielen bekannt als „Engel der Alten Welt“, kennenlernen.
Mit viel Leidenschaft begleitet sie ältere Menschen durch ihren Alltag, tätigt Erledigungen und sorgt für Begegnung.

Mir wurde klar, Einsamkeit ist nur eine von vielen Herausforderungen unserer Seniorinnen und Senioren. Zusätzlich sorgen Probleme wie Mobilität und Versorgung im Alltag für Handlungsbedarf.

Doch Frau Leipner gab mir auch Lösungsvorschläge mit auf den Weg, die es gilt umzusetzen:
Ein „Bestelldaach“, bei dem Ehrenamtliche Einkäufe erledigen oder Essenspaten, die für ihre älteren Mitmenschen mitkochen, wären ein Schritt in die richtige Richtung. Weitere Mitfahrerbänke oder andere Angebote für mehr gesellschaftliche Beteiligung sind ebenso wichtig. Langfristig sollte man über generationsübergreifende Wohnprojekte nachdenken, wie es sie in urbanen Gebieten bereits gibt.

Das Engagement von Frau Leipner hat mich stark beeindruckt. Deshalb habe ich ihr meine Unterstützung vollkommen zugesichert und werde den Austausch mit ihr fortsetzen.
Klar ist: Unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger verdienen nicht nur eine bessere Versorgung, sondern auch Aufmerksamkeit, Nähe und Gemeinschaft.

Welche Erfahrungen und Ideen habt ihr, um das Leben unserer Seniorinnen und Senioren schöner und einfacher zu machen?

Feuerwehr

Im Gespräch mit Norbert Braun, dem Ersten Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Kusel, stand die aktuelle Situation der Feuerwehren im Landkreis im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, dass sich das Ehrenamt Feuerwehr in den vergangenen Jahren stark verändert hat.

War früher der „klassische Feuerwehrmann“ ein Allrounder, so braucht es heute zunehmend Spezialisten. Modernes, technisch anspruchsvolles Gerät erfordert qualifizierte Ausbildung und regelmäßige Schulungen. Gleichzeitig stellt der demografische Wandel viele Wehren vor große Herausforderungen – insbesondere, wenn tagsüber nur wenige Ehrenamtliche verfügbar sind.

Als besonders positiv hob Norbert Braun hervor, dass die Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein mit der Bildung von Ausrückgemeinschaften und der Spezialisierung einzelner Einheiten auf bestimmte Aufgaben bereits zukunftsweisende Schritte unternommen hat.

Ein Thema, das nicht in Vergessenheit geraten darf, ist die Bevölkerungswarnung. Die Ereignisse im Ahrtal und die aktuelle weltpolitische Lage zeigen, wie wichtig eine flächendeckende Ausstattung mit Warnsirenen ist. Hier braucht es entschlossenes Handeln und eine gemeinsame Strategie mit dem Landkreis, um Zuständigkeitsfragen nicht zum Hindernis werden zu lassen.

Für die Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein ist klar: Um langfristig planungssicher zu sein, soll 2026 ein umfassender Feuerwehrbedarfsplan entstehen, der Bestand, Schutzziele und künftige Anforderungen zusammenführt. Ich werde diesen Prozess als Bürgermeister persönlich begleiten und wie in den letzten 40 Jahren als aktiver Feuerwehrmann auch kameradschaftlich eng mit den Wehren zusammenarbeiten

Ich danke Norbert Braun für den offenen und konstruktiven Austausch. Der enge Dialog mit dem Kreisfeuerwehrverband Kusel bleibt mir ein wichtiges Anliegen – im Sinne einer starken, zukunftsfähigen und gut vernetzten Feuerwehr in unserer Region.

Sportvereine

Im Gespräch mit Dustin Scheidt, dem 1. Vorsitzenden der TSG Wolfstein-Roßbach e.V., wurde deutlich, wie wichtig Vernetzung und Zusammenarbeit für den Vereinssport in unserer Verbandsgemeinde heute geworden sind.

Was früher oft durch Kirchturmdenken geprägt war, ist heute meist von Kooperation und gegenseitiger Unterstützung bestimmt. Ob in der Jugendarbeit, in den höheren Altersklassen oder bei der Nutzung von Sportanlagen, viele Vereine arbeiten längst Hand in Hand. Diese enge Vernetzung ermöglicht Angebote, die ein einzelner Verein allein kaum noch stemmen könnte.

Erfolge wie die jüngst abgeschlossene Sportplatzsanierung in Wolfstein entstehen, wenn Mut, Kreativität und Ausdauer zusammenkommen – und wenn Verwaltung, Ehrenamt und Vereinsleben an einem Strang ziehen.

Für die Verbandsgemeinde nehme ich aus dem Gespräch mit Dustin Scheidt viele wertvolle Anregungen mit. Besonders die Idee eines zentralen Ansprechpartners in der Verwaltung, der als Kümmerer oder Lotse für alle Vereine fungiert, befinde ich für sehr gut und werde ich in meiner Amtszeit umsetzen.

Der Vereinssport ist ein zentraler Bestandteil unseres Gemeinschaftslebens, und wir sollten ihn weiterhin gemeinsam durch gute Vernetzung, gegenseitige Unterstützung und offene Kommunikation stärken!

Nahversorgung

Der Besuch im Nachbarschaftsladen des CJD zeigt mir einmal mehr, wie unverzichtbar eine gute Versorgung vor Ort für unsere Gemeinden ist. Die engagierte Arbeit der Beschäftigten, die Qualität der regionalen Produkte und die zentrale Lage machen den Laden zu einem echten Anker im Alltag vieler, besonders älterer Menschen. Gleichzeitig wurde im Gespräch mit Sven Merkel, dem Angebotsleiter der Eingliederungshilfe Wohnbereich und Arbeitsbereich im CJD Wolfstein, deutlich, wie stark die kleinen Geschäfte unter Lieferproblemen, Preisdruck und großer Konkurrenz leiden.
Als Bürgermeisterkandidat ist mir klar:
Wir müssen die verbliebenen Lädchen schützen und gleichzeitig neue, tragfähige Modelle für die Nahversorgung entwickeln. Den CJD-Laden spezifisch möchte ich noch enger in Projekte und Veranstaltungen unserer Verbandsgemeinde einbinden, damit seine wichtige Arbeit sichtbar bleibt und sich weiter entfalten kann.
Außerdem danke ich Sven für das ehrliche Gespräch und hoffe dem Aussterben der "Tante-Emma" Lädchen in unserer Verbandsgemeinde ein Ende zu bereiten.

Sozialstation

IIm Gespräch mit Kerstin Charalambous, Pflegedienstleiterin, und Marco Schweig, Geschäftsführer der Ökumenischen Sozialstation Lauterecken-Wolfstein e.V., wurde deutlich, wie wichtig ambulante Pflege für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ist. Ziel der Station ist es, pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu unterstützen, in der Pflege ebenso wie in der Hauswirtschaft.
Ergänzend bietet die Sozialstation Betreuungsgruppen an. Sie entlasten pflegende Angehörige und ermöglichen soziale Kontakte und Teilhabe. In der Pflege arbeiten ausschließlich qualifizierte Fachkräfte, zudem bildet die Station selbst aus. Durch den ambulanten Einsatz erfolgt eine enge 1:1-Betreuung der Auszubildenden. Flexible Dienstpläne tragen dazu bei, Beruf und Familie gut zu vereinbaren.
Für die mobile Arbeit braucht es neben Fachkompetenz vor allem Empathie, Kommunikationsstärke und einen Führerschein. Eine weitere wichtige Säule ist der ehrenamtliche Hospiz- und Palliativberatungsdienst.
Herausfordernd sind die digitalen Dokumentationspflichten, die eine stabile Mobilfunkversorgung voraussetzen. Ebenso besteht Bedarf an einer besseren Vernetzung der zahlreichen Angebote für Seniorinnen, Senioren und Pflegebedürftige in der Verbandsgemeinde.
Mein Fazit: Ambulante Pflege ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Daseinsvorsorge. Sie braucht gute Rahmenbedingungen, verlässliche Strukturen und Aufmerksamkeit. Dafür werde ich mich einsetzen.

Stationäre Pflege

Im Gespräch mit Andrea Neurohr, Pflegedienstleiterin im Haus Königsland in Wolfstein, wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen die stationäre Pflege heute steht. Trotz besserer Bezahlung leidet der Pflegeberuf weiterhin unter einem Imageproblem und großem Fachkräftemangel. Pflege erfordert neben Fachwissen vor allem Empathie, Belastbarkeit und echte Leidenschaft.
Gerade im ländlichen Raum erschweren die schlechte Erreichbarkeit und die Abhängigkeit vom Auto die Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften. Das Haus Königsland begegnet dem mit Nachwuchsarbeit über Social Media, Ausbildungsmessen und Kooperationen mit Schulen. Ziel ist es, junge Menschen auszubilden und langfristig im eigenen Haus zu halten. Der starke Teamzusammenhalt und die geringe Fluktuation sprechen für ein gutes Arbeitsklima.
Kritisch bewertet wird die zunehmende Bürokratie, die wertvolle Zeit bindet, die in der direkten Arbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern fehlt. Ebenso wichtig für die Qualität der Pflege ist eine verlässliche hausärztliche Versorgung. Das Medizinische Versorgungszentrum in Wolfstein sowie das Engagement der Kommune waren und sind hier wichtige Schritte.
Mir wurde im Gespräch vor allem klar: Gute Pflege braucht engagierte Menschen, funktionierende Strukturen und politische Unterstützung, die ich in Zukunft definitiv leisten werde.

Jugend

Im Gespräch mit Mia Paul aus Rothselberg, Vorstandsmitglied im Jugendförderverein Rothselberg e.V. und Mitglied der Schülervertretung des Veldenz Gymnasiums Lauterecken, ging es um die Lebensrealität junger Menschen in unserer Verbandsgemeinde.
Ein starkes Beispiel für gelebte Jugendbeteiligung ist laut Frau Paul die Straußjugend. Hier übernehmen Jugendliche Verantwortung, organisieren die Kerwe teilweise eigenständig und treffen Entscheidungen demokratisch, vom Motto bis zum Festablauf. Dabei lernen sie, Mehrheiten zu finden, für Ideen zu werben und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Demokratie beginnt im Alltag.

Das Freizeitangebot bewertet sie insgesamt positiv. Verbesserungsbedarf sieht sie beim öffentlichen Nahverkehr, insbesondere bei der Zuverlässigkeit der Lautertalbahn. Wo klassische Treffpunkte fehlen, schaffen Jugendliche eigene Räume, wie das „Räumche‘“ in Rothselberg.

Auch unsere Schulen bieten durch ihre überschaubare Größe gute Lernbedingungen. Gleichzeitig wünscht sich Mia Paul mehr Raum für aktuelle gesellschaftliche Themen und für politische Bildung im direkten Bezug zur eigenen Gemeinde.

Mein Fazit: Unsere Jugendlichen engagieren sich, übernehmen Verantwortung und wollen mitgestalten. Dieses Engagement verdient Unterstützung, verlässliche Rahmenbedingungen und echte Beteiligungsmöglichkeiten. Außerdem lassen sich durch Partnerschaften mit den Schulen sicher auch kommunale Demokratieprojekte umsetzen.

Sportstätten

Im Gespräch mit Stefan Göttel, Vorsitzender des Sportkreises Kusel im Sportbund Pfalz, ging es um die Bedeutung des Vereinssports im Landkreis Kusel. Göttel engagiert sich seit vielen Jahren im Sport: Seit zehn Jahren als Sportkreisvorsitzender und seit über 30 Jahren bei der Spielvereinigung Rehweiler-Matzenbach, seinem Heimatverein bei dem er mittlerweile auch Vorsitzender ist.

Im Landkreis Kusel sind über 180 Vereine im Sportbund organisiert. Neben dem Fußball, der oft im Mittelpunkt steht, feiern auch andere Sportarten beachtliche Erfolge, etwa im Schießsport oder im Tischtennis. Für Göttel steht jedoch vor allem das Ehrenamt im Mittelpunkt: Die vielen Engagierten in den Vereinen sind das Rückgrat des Sports vor Ort.

Der Sportbund Pfalz unterstützt seine Mitgliedsvereine mit Bildungs- und Beratungsangeboten sowie bei der Entwicklung und Sanierung von Sportstätten. Gleichzeitig stellt der Umgang mit wenig genutzten Sportanlagen vielerorts eine Herausforderung dar. Gemeinsam mit Vereinen und Gemeinden gilt es, neue Nutzungsmöglichkeiten zu entwickeln und bürokratische Hürden zu überwinden.

Mein Fazit aus dem Gespräch: Der Vereinssport ist ein zentraler Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens. Ehrenamtliches Engagement verdient gute Rahmenbedingungen und starke Partner, hier kann die Zusammenarbeit mit dem Sportbund Pfalz wichtige Impulse geben.